#GaardenAutofrei: Keine Lösung für Autoverkehr in Sicht

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Wie bei KielKontrovers berichtet hat das Bundesverwaltungsgericht die Revision der Stadt Kiel wegen der Stickoxid-Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts wieder an Schleswig zurückverwiesen.

Damit ist absehbar, dass die nächsten beiden Jahre die Menschen in Gaarden und Kiel auf eine Lösung weiter warten müssen und weiter die erhöhten Werte bei Stickoxiden, Lärm und Feinstaub ertragen müssen. Nur knapp wurden die Stickoxid-Grenzwerte dieses Jahr eingehalten. Und das trotz zeitweise massiver Behinderungen durch Baustellen, die auch dieses Jahr weiter gehen werden.

Diese muss man berücksichtigen, wenn man die Werte anschaut. Und ebenso müssen die Luftfilter auf dem Radweg beachtet werden, die nur um das Messgerät herum aufgestellt wurden und so die Werte manipulieren. Denn die Reduktion soll ja allgemein sein und eben nicht nur die Werte der Messsonde senken, sondern auch links und rechts daneben.

Ziel kann es eben nicht sein, wie vom Oberbürgermeister stets betont wird: Irgendwie die Messergebnisse zu optimieren, sondern nachhaltig die Stickoxidwerte zu senken, ebenso wie unnötigen Lärm und Feinstaub. Zudem sind die Stickoxidwerte nach einer Neufestlegung der WHO weit über dem empfohlenen Grenzwert, der auch in den kommenden Jahren für die EU gelten wird. Das EU-Parlament hat dies bereits gefordert (Ärzteblatt März 2021). Auch die Deutsche Umwelthilfe fordert die Verschärfung (Pressemitteilung März 2021).

Die Politik der Stadt Kiel nur das absolute Minimum für saubere Luft zu tun führt zu dem Problem, dass die Belastungen durch den Verkehr hoch bleiben. Die Hauptbelastungsrouten wie die B76 wären dabei der effektivste Angriffspunkt für eine echte Mobilitätswende, auch für Gaarden. Denn der schnelle Ost-West-Verkehr macht Fahrten attraktiver. Der wieder ansteigende Verkehr durch Lockerungen und weniger Homeoffice bedeutet, dass die Frage erneut dringlicher wird.

Der Verweis auf sinkenden Abgaswerte am Ring ist dabei mehr als zynisch, wenn man bedenkt, dass durch Corona, viel Regenwetter und viele Baustellen, die Werte wohl mehr sanken, als durch die Luftfilteranlagen. Die Sondersituation sollte nicht dazu verleiten das Problem als gelöst zu betrachten. Im Gegenteil.

Zudem ist der Ring mit seiner verkehrstreibenden Funktion auch ein Hauptmotor für die Kohlendioxidemission in Kiel!

Das Projekt „Gaarden Autofrei“ setzt sich weiter für eine deutliche Reduktion des Verkehrs, der Menge an und des Raumes für Autos ein. Die Verkehrsteilnehmenden, die Umwelt und Klima schonen, sollen aus Sicht des Projektes belohnt und nicht nach wie vor bestraft werden, durch Behinderungen und weniger Anteil an der Stadtfläche, während es fast keinen Quadratmeter in Kiel gibt, der nicht als Straße oder Parkplatz dienen kann.

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